Protokoll
der 55. Sitzung des Runden Tisches für Hochfeld am 20.01.2004

Ort: Service-Zentrum der AWO, Karl-Jarres-Strasse

Moderation: Anke Lisner-Kolling

Protokollant: Reiner Leuchter



TOP 1 - Regularien

Frau Lisner-Kolling, die ihre erste Sitzung des Runden Tisches leitete, stellte fest, dass es wegen der Weihnachtsferien organisatorisch nicht möglich war, in der letzten Woche zu tagen. Das Protokoll der 54. Sitzung wurde rechtzeitig verschickt und einstimmig genehmigt : siehe: www.runder-tisch-hochfeld.de

TOP 2 - Müll im Stadtteil

Der Runde Tisch hat sich dieses Themas angenommen, da der Müll im Stadtteil ein so offensichtliches und immer wieder Ärgernis erregendes Thema für alle Menschen in Hochfeld ist. Stark verschmutzte Strassen, Gehwe-ge und Grünanlagen mindern nicht nur erheblich die Lebensqualität, sondern schwächen auch in hohem Maße die Aussenwirkung des Stadtteils. Der Runde Tisch beabsichtigt, mit seiner Sitzung einen Beitrag zur Problemlö-sung zu liefern. Als Einstieg ins Thema gab Herr Dominick, Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU), ein Impulsreferat.
Herr Dominick hat sich in jüngster Vergangenheit im Rahmen seiner dienstlichen Aufgaben verstärkt um Erschei-nungsformen, Ursachen und Bekämpfung von Müll in Hochfeld gekümmert. Aus seiner Sicht ist das Müllproblem selbstverständlich nicht nur in Hochfeld augenfällig, sondern nach den Erfahrungen der EG DU ein Problem aller Duisburger Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf.

- Müll ist ein soziales Problem

Nach Einschätzung von Herrn Dominick liegt eine der zentralen Ursachen in der immer stärker abnehmenden Eigenverantwortung der Hochfelder für ihren Stadtteil. Mit der zunehmenden Fluktuation der Wohnbevölkerung schwinden die festen nachbarschaftlichen Strukturen und es fehlt immer mehr an Identifikation mit dem unmittel-baren Wohnumfeld. Im übrigen vertritt Herr Dominick die Meinung, dass eine Wohnbevölkerung mit immer mehr sozialen Problemen, die Verschmutzung im Stadtteil eher ignoriere oder gar fördere als Bewohner der so ge-nannten besseren Wohnlagen. Schließlich kann auch der hohe Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und deren möglicherweise weniger ausgeprägtes Umweltbewußtsein als Ursache für die stärkere Vermüllung auf den Strassen genannt werden.

- Räumliche Schwerpunkte

  • Eines der größten Ärgernisse sind die fast täglich zu sehenden "wilden Müllberge" auf Gehwegen vor Häusern. Dieser vermeintliche Sperrmüll taucht gerne nach Mieterwechseln auf, liegt dann tagelang im öffentli-chen Raum, wird gefleddert und gelegentlich angereichert. Hier scheint einerseits den Verursachern schlicht das Wissen um die Sperrmüllregelung zu fehlen, andererseits die Mentalität von "nach mir die Sintflut" stark ausgeprägt zu sein. Es sind unbedingt mehr Aufklärung und höhere Sanktionen bei Verstößen nötig. So beauftragt die EG DU bei offensichtlichen Verstößen wie "wildes" Ablagern von Sperrmüll sofort den Sonderermittlungsdienst der Stadt.

  • Ein weiterer "Müllschwerpunkt" ist die Wanheimer Straße. Insbesondere wegen der zahlreichen Imbissbetriebe sind Verpackungen und Speisereste die häufigsten Müllarten. Selbst Betreiber derartiger Geschäfte schrecken nicht davor zurück, ihren Müll unter den Arkaden zu entsorgen. Auch hier erscheint dringend mehr Aufklärung und Kontrolle durch die Wirtschaftbetriebe aber auch mehr Ansprache durch die Bevölkerung er-forderlich.

  • Öffentliche Grünflächen sind insbesondere im Sommerhalbjahr stark vermüllt. Vor allem zur Grillsaison werden der Grüngürtel und der Böninger Park von den Hochfelder BürgeriInnen gerne zu Festen und Sonntagsausflügen genutzt.

  • Glas- und Papiercontainer werden fast regelmäßig auch als Lager für Restmüll mißbraucht. Immer wieder lassen hier die Leute ihre Tüten, Taschen und Kästen zurück, mit denen sie Papier und Glas transportiert haben.

Was tun?

Auf der Suche nach Lösungen haben EG DU und Wirtschaftsbetriebe Duisburg übereinstimmend festgestellt, dass dem Müllproblem auf mehreren Ebenen zu begegnen ist: Trotz erheblicher personeller Engpässe soll der Einsatz von Reinigungskräften verstärkt werden. Andererseits muß dringend eine Kampagne zur Entwicklung von mehr Eigenverantwortung und Sensibilität für den Stadtteil gestartet werden. So ist daran gedacht auch in diesem Jahr wieder den Aktionstag "Sauberes Hochfeld" durchzuführen, der im vergangenen Jahr mit rund 500 beteiligten SchülerInnen aus dem Stadtteil recht erfolgreich war. Die Wirtschaftbetriebe haben insbesondere für diese Jahr folgenden Arbeitschwerpunkte für Hochfeld zugesagt.

- Spielplätze und öffentliche Grünanlagen haben eine hohe Priorität und werden vorrangig gereinigt, wechselseitiges Fegen der Straßen mit Kehrmaschinen wird flächendeckend eingeführt,
- die Geschäftsleute der Wanheimer Straße werden gezielt zu mehr Kooperation aufgefordert,
- die Wirtschaftsbetriebe unterziehen sich einer regelmäßigen Erfolgskontrolle und können darum jederzeit von der EG DU eingeladen werden.

Im folgenden haben die Anwesenden in 6 Arbeitsgruppen zu verschiedenen Schwerpunktthemen erste Lösungsansätze aus Sicht des Runden Tisches zu formulieren. Die Ergebnisse sind der Anlage zu entnehmen. Sie wer-den bei einer der nächsten Sitzungen vorgestellt, um sie möglichst kurzfristig in konkrete Maßnahmen umzuset-zen.

TOP 3 - Verschiedenes

  • Der neue pädagogische Leiter des Falkenheims, Herr Daniel Könen, stellt sich vor und kündigt an, regelmäßig an den Sitzungen des Runden Tisches teilzunehmen. Er weist gleichzeitig auf die Volksinitiative in NRW "Jugend braucht Zukunft" hin, die gegen die Sparmaßnahmen des Landes in der offenen Jugendarbeit mobi-lisiert.

  • Herr Professor Hübner verteilt die vom Bürgerverein "Lebendiges Hochfeld" erarbeitete 2. Auflage der Broschüre "Was ist los in Hochfeld". Der Band wurde in einer Auflage von 1.500 gedruckt. Die Herstellung wurde maßgeblich aus Mitteln der EG DU finanziert. Die Abgabe erfolgt neben den kostenlosen Belegexemplaren gegen eine Schutzgebühr von 1,00 Euro.

  • Herr Fobbe weist auf eine Veranstaltung der EG DU mit dem Titel Hochfelder Perspektiven am 11.02.2004 in der GLOBUS-Gesamtschule hin, zu dem Hochfelder Geschäftsleute geladen wurden. Der Runde Tisch ist herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

  • Das Umweltdezernat der Stadt Duisburg teilt dem Runden Tisch das Ergebnis seiner Bemühungen um die Verschmutzungen in der Adelenstraße mit. Gem. Schriftwechsel mit dem zuständigen staatlichen Umweltamt in Duisburg (12.12.2003) teilt dieses dem Umweltdezernat Duisburg (Dr. Greulich) mit, dass die "Verunreini-gungen in der Adelenstraße in Zukunft der Vergangenheit angehören" (sic!). Nach eigener Anschauung be-richten Mitglieder des Runden Tisches unterschiedlich über den Zustand der Adelenstraße. Es wurde be-schlossen, den Vorgang weiter zu verfolgen und erneut die Anwohner zu konsultieren.

  • Frau Lisner-Kolling regte an, nach der Absage der Bundesgartenschau (BUGA) in Hochfeld durch die Stadt Duisburg das Thema "Duisburg an den Rhein" für den Runden Tisch zu erschließen. Wegen der für den Stadtteil äußerst bedauerlichen Entscheidung, die BUGA nicht nach Duisburg zu holen, sollte der Runde Tisch seinen Auftrag "soziale Einbindung der Bevölkerung in die Stadterneuerung" um so ernster nehmen und den Planungsprozess "Duisburg an den Rhein" künftig intensiv begleiten.



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