Protokoll
der 51. Sitzung des Runden Tisches für Hochfeld am 09.09.2003

Ort: Service Zentrum AWO, Karl Jarres Strasse 100-104

Moderation: Andrea Demmming-Rosenberg

Teilnehmer: siehe Anwesenheitsliste

Protokollant: Herr Leuchter



TOP 1 - Regularien

Herr Uca bittet um eine Ergänzung des Protokolls zur 49. Sitzung, Thema: "Islamische Organisationen in Deutschland und Duisburg". Er wird die Änderungen schriftlich dem Protokollanten zukommen lassen.

Das Protokoll der 50. Sitzung wurde einstimmig genehmigt . siehe: www.runder-tisch-hochfeld.de

TOP 2 - Luftqualität in Hochfeld

Zum Schwerpunktthema der Sitzung hatte der Sprecherrat des Runden Tisches Herrn Dr. Greulich, Umweltdezernent der Stadt Duisburg, als Referenten eingeladen. Die folgenden Ausführungen fassen die zentralen Aussagen des Referats zusammen.

  • Die Luftreinhaltung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Insbesondere die Belastung mit Grobstäuben, mit Schwefel- und Kohlendioxiden und Schwermetallen ist stark zurückgegangen. Gleichwohl ist die Stadt Duisburg auch heute noch vergleichsweise stärker belastet als andere Großstädte in NRW. Haupverursacher sind je nach Schadstoffart immer noch die zahlreichen Industriebetriebe und der Kfz-Verkehr.

  • Neben den Stadtteilen Wanheim im Duisburger Süden gehört Hochfeld immer noch ein Belastungsschwerpunkt südlich der Ruhr. Namentlich die Recyclingbetriebe am Rheinufer und am Außenhafen (Duisburger Kupferhütte, Klösters Recycling) die größten industriellen Immisionsquellen im Stadtteil dar.

  • Die im folgenden dargestellten Ergebnisse beruhen i.w. auf kontinuierlichen Meßkampagnen mit Bergerhoff Meßgeräten, die im 1x1 km Raster aufgestellt sind und den Staubniederschlag messen. Dabei gilt ein besonderes Interesse den Schwermetallen Blei und Cadmium.

  • Der Meßpunkt Sedanstraße (Nr. 991), der ein wichtiger Refenzpunkt für Hochfeld ist, zeigt einen kontinuierlichen Rückgang des Staubniederschlags seit Anfang der 80er Jahre. Erst die Werte von 2002 weisen wieder einen leichten Anstieg auf. Die Wert für Cadmium im Staubniederschlag liegt unter dem Grenzwert der TA-Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft, einschlägige Gesetzesvorschrift des Bundes). Der gemessene Wert für Blei unterschreitet den (neuen) Grenzwert der TA-Luft allerdings nicht.

  • Obwohl der gemessene Cadmiumwert aktuell den Grenzwert unterschreitet, liegen bzgl. der Veränderungen von Böden durch dauerhaften Cadmiumeintrag noch wenige Kenntnisse vor.

  • Die Belastung mit Feinstäuben (z.B. aus Reifenabrieb, Dieselrußpartikel) werden zwar in Hochfeld nicht gemessen (das THEMES-Meßnetz ist sehr grobmaschig), sie stellen aber insgesamt ein großes Problem für Stadtteile mit hohem Verkehrsaufkommen dar. Gleichwohl nimmt die Stadt Duisburg in Vergleich mit anderen Großstädten bei der Belastung mit Feinstäuben keine Spitzenstellung ein.

In der anschließenden Diskussion wurden insbesondere folgende Themen erörtert:

  • Für die in Einzelfällen örtlich auftretenden extrem hohen Staub- oder Geruchsbelastungen (z.B. Adelenstraße, Immendal) können die betroffenen BürgerInnen über die Verursacher meist nur mutmaßen. Hier ist es dringend erforderlich, dass die betroffenen Bürger unverzüglich und direkt das Staatliche Umweltamt (früher: Gewerbeaufsichtsamt) benachrichtigen: Tel.: Duisburg 3052-222. Diese Dienststelle ist verpflichtet, jeder Beschwerde nachzugehen und kann nicht selten die Verursacher identifizieren und Gegenmaßnahmen einleiten. Im übrigen ist das staatliche Umweltamt für die Genehmigung und Überwachung sämtlicher umweltrelevanter Betriebsvorgänge im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zuständig. Gleichwohl kommt es immer wieder zu Übertretungen und Mißachtung von Vorschriften bzw. reichen die Auflagen für Betriebe nicht aus, die Anwohner ausreichend vor Belastungen zu schützen (Bsp.: LKW fahren Schüttgüter ohne vorgeschriebene Abdeckung durch die Adelenstraße; Berieselung von Erz-, Kohle- oder Baustoffhalden reicht bei bestimmten Wetterlagen nicht aus u.a.m.).

  • Neben den akuten und zum Teil nur örtlichen Belastungen, die in Einzelfällen auch abzustellen sind, führt die tatsächliche insgesamt schlechtere Umweltqualität in der Stadt, so auch in Hochfeld, nach wie vor zur Stadtflucht. Nach einer Umfrage des Umweltdezernats geben 75% der Leute, die aus Duisburg wegziehen, immer noch die "schlechte Umwelt" als Hauprgrund an.

  • Der Runde Tisch für Hochfeld war sich mit dem Umweltdezernenten einig in der Einschätzung, dass neben den Maßnahmen der Überwachung von Umweltschutzauflagen vor allem der vorsorgende Umweltschutz im Stadtteil Hochfeld zum Zuge kommen muß. Hier sind insbesondere die langfristigen Planungen zur Erhöhung des Freiflächenanteils und zur Verbesserung der lufthygienischen Situation von Bedeutung. Mit dem Projekt "Duisburg an den Rhein" versucht die Stadt langfristig die "Frischluftleitbahn" zwischen Rhein und Stadtteil zu optimieren und die städtebaulichen Qualitäten durch mehr Grün und Wohnbauflächen nachhaltig zu erhöhen. Allerdings - gerade bei der Umsetzung der Planungen scheint es derzeit Probleme beim Grunderwerb zu geben.

  • Im Interesse der im Stadtteil lebenden Bürgerinnen und Bürger, und derer, die private Investitionen im "Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf" erwägen, braucht Hochfeld dringend weitere "positive Signale" aus Politik und Verwaltung.

  • Konkret sicherte Herr Greulich dem "Runden Tisch für Hochfeld" zu, sich um die vorgetragenen Einzelfälle wie "Adelenstraße" (Familie Erdan und Nachbarn), "Umgehungsstraße und Siemensflächen" (vgl. Schreiben RT an Oberbürgermeisterin Mai 2002) zu kümmern. Er seinerseits empfahl dem Runden Tisch, gelegentlich das Staatliche Umweltamt Duisburg nach Hochfeld einzuladen, um die Probleme vor Ort nachdrücklicher darstellen zu können und damit das StUA noch stärker für die Überwachung von betriebsbezogenen Umweltschutzvorschriften zu sensibilisieren.

TOP 3 - Stadtteilfest

Frau Spalevic berichtet über den Beitrag des Runden Tisches zum Stadtteilfest Hochfeld, den sie zusammen mit Frau Lisner-Kolling und Frau Wosnitzka vorbereitet hat: Der Stand des Runden Tisches wird neben verschieden Angeboten für Kinder auch mit dem "Müllfoto des Monats" den Bürgerinnen und Bürger ein kleines Preisausschreiben anbieten und darüber zu Gesprächen anregen. Außerdem wird sich die "Eigentümerinitiative" vorstellen und um weitere Mitglieder werben. Die von Frau Wosnietzka und anderen produzierten Kunst-Postkarten werden im Namen des Runden Tisches verkauft. Die dabei erzielten Einnahmen gehen anteilig als Spende an den Runden Tisch. Als Vertreter des Runden Tisches zur Betreuung des Standes haben sich Herr Mörbitz, Herr Leuchter, Herr Kolling (Samstag), Herr Kortmann, Frau Demming-Rosenberg(Sonntag) und Frau Lisner-Kolling (Samstag und Sonntag) bereit erklärt.

Dem Vorschlag von Frau Wosnitzka, dem Runden Tisch ein Logo zur besseren Aussendarstellung zu geben, wurde mit 2 Gegenstimmen und 3 Enhaltungen zugestimmt. Der vorgelegte Entwurf, der einem Banner aus dem Asterix-Comic nachempfunden ist, kann in verschieden Formen und Größen (Printprodukt, 1x1-Objekt, Sticker u.a.m.) produziert und vertrieben werden. Über die Umsetzung des Beschlusses wird in einer späteren Sitzung entschieden.

TOP 4 - LOS - Lokales Kapital für Soziale Zwecke

Frau Wojciechowski (EG DU) berichtet über ein neues Förderprogramm des Bundes für soziale Projekte im Stadtteil (vgl. Anschreiben an die Mitglieder des Runden Tisches). Danach stehen für Hochfeld 80.000 EURO für sogenannte Microprojekte (50-10.000 Euro pro Projekt) im Jahre 2003 zur Verfügung, die bis Ende Juni 2004 abgerufen sein müssen. Die Förderung umfaßt 100% der Antragssumme. Die EG DU erhält für das Management des Förderprogramms 10% der Gesamtfördersumme. Antragsteller können alle Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil sowie juristische Personen sein. Die Förderanträge sind bis zum 29.09.03 (!!) bei der EG DU zur Vorprüfung einzureichen. Die Entscheidung über die Förderung trifft der aus "lokal relevanten Gruppen/Persönlichkeiten" zusammengesetzte Begleitausschuß. Dieser wird sich in Kürze konstituieren. Der Runden Tisch für Hochfeld delegiert Frau Wosnitzka in den Begleitausschuß, der voraussichtlich 2-4mal tagen wird.

TOP 5 - Verschiedenes

Nächste Sitzung Runder Tisch: 14.10.03, 19.00 Uhr

Tagesordnung für die nächste Sitzung: siehe Einladung



Teilnehmerliste

(M = Mitglied, G = Gast)

  • Milka Spalevic,AWO,   M
  • Franz Beuels,   G
  • Yusuf Uca, VIKZ,   M
  • Ismet Atalay, VIKZ,   G
  • Thomas Rensing,   G
  • Jürgen Dominick EG-Du,   G
  • Ursula Harfst,   G
  • Michael Kolling, Im-Hochfeld.de,   M
  • Anke Lisner-Kolling, Im-Hochfeld.de,   M
  • Karen Wojciechowski, EG DU,   G
  • Kurt Walter EV. Familienbildungswerk,   G
  • Horst Becker,   G
  • Siegfried Krause,   G
  • Hermann Baus, Musfeldschule,   M
  • Marliese Schreiber-Demming,   M
  • Herbert Hübner, Bürgerverein Lebendiges Hochfeld,   M
  • Ralf Zimmerbeutel, Bürgerv. Lebendiges Hochfeld,   G
  • Petra Wosnitzka,   M
  • Georg Fobbe, EG DU - Stadtteilmanager,   G
  • Bodo Mörbitz, Bürgerverein Lebendiges Hochfeld,   M
  • Andrea Demming-Rosenberg SPD Hochfeld,   M
  • Hubert Kortmann, Emil-Rentmeister- Schule,   M
  • Klaus Willersen, Stadt Duisburg, Beziksamt Mitte,   G
  • Ursula Bartels, DPWV,   M
  • Jutta Huland, Bürgerverein Lebendiges Hochfeld,   M
  • Reiner Leuchter Bürgerverein Lebendiges Hochfeld,   M
  • Peter Greulich, Stadt Duisburg, Umweltdezernent,   G
  • Familie Erdan und Nachbarn (12 Personen),   Gäste


Zurück